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Altgemeinde Schönbrunn

Chronik der (Alt-) Gemeinde Schönbrunn



Von der „Hütte“ zum Dorf
Der Ort Schönbrunn am Lusen verdankt seine Entstehung der Glasindustrie. Noch bis Anfang des 15. Jahrhunderts war der Innere Bayerische Wald vielerorts unbesiedelt. Mit der Ansiedlung der ersten Glashütten kam mehr „Leben“ in diese abgelegene Waldwildnis. Dort waren Holz und quarzhaltiges Gestein, die wichtigste Rohstoffe zur Glasherstellung, reichlich vorhanden. Meist waren die leicht erreichbaren Holzvorräte nahe der Hütte jedoch innerhalb weniger Jahrzehnte aufgebraucht. Dann wurde die Glashütte einige Kilometer weiter in das Waldinnere verlegt. Übrig blieben die Rodungsinseln, auf denen häufig neue Siedlungen entstanden.
Die erste Glashütte auf Hohenauer Gemeindegebiet befand sich Anfang des 16. Jahrhunderts historischen Quellen zufolge in Bierhütte. Mit deren Umbau in eine Brauerei um 1555 erlosch die Glasproduktion in dieser Region für einige Jahrzehnte. Erst im ausgehenden 16. Jahrhundert lebte die Glasherstellung zunächst nahe Kirchl und anschließend im Bereich der heutigen Ortschaft Schönbrunn wieder auf. Seinen wohlklingenden Namen erhielt das „Hüttendorf“ vermutlich durch den Glasfabrikanten Kürschner, der die Anlage im Jahre 1599 erwarb und in einer Urkunde von 1602 bereits als „Hüttenmeister zum Schönprun“ bezeichnet wird.
Besonders eng ist die Geschichte der Schönbrunner Glashütte mit dem Namen der bedeutendsten Glasmachergeschlechter des Bayerischen Waldes verbunden: Ab dem Jahr 1617 wurde sie von der Familie Poschinger, von 1681 bis 1830 von der Familie Hilz betrieben. Letztere verlegten die Glasproduktion jedoch bereits Anfang des 18. Jahrhunderts weiter nördlich nach Glashütte.

Eine Ära vergeht: Nach fast drei Jahrhunderten endete 1876 mit der Stilllegung des letzten Schmelzofens die Schönbrunner „Hüttengeschichte“ und die Anlage verfiel. Im Jahr 1905 wurden das ehemalige Verwalterhaus und seine Nebengebäude ein Raub der Flammen – mit ihnen verschwanden die letzten sichtbaren Zeichen der ehemaligen Schönbrunner Glashütten-Dynastie.

 

Das ehemalige Gemeindewappen von Schönbrunn:

 

Wappen Schönbrunn


Bogenförmig geteilt von Grün und Gold; oben schräg gekreuzt eine silberne Axt und ein silbernes Glasblasrohr mit Glaskugel; unten eine stilisierte Blumenblüte mit rotem Mittelblatt und zwei seitlichen blauen Blättern.
Die Rodungssiedlung bezeichnet die Axt, die bedeutende Glasherstellung das Handwerksgerät. Das in der Volkskunst beliebte Blumenmotiv erinnert an die besonders im vorigen Jahrhundert ausgeübte, weit über den lokalen Rahmen hinaus bekannte Hinterglasmalerei.